Jugendliche, Handys & Nachhaltigkeit

Für viele Jugendliche ist ein Handy nicht nur ein Unterhaltungsgerät, sondern auch praktisch die einzige Verbindung zu ihrem sozialen Umfeld. Laut dem JAMESfocus-Bericht 2017 von der ZHAW besitzen in der Schweiz 99 % aller Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren ein Handy. Wie oft ersetzen Deutschschweizer Jugendliche ihr Handy und was geschieht mit dem ersetzten Gerät? Ein nachhaltiges Verhalten bei Jugendlichen ist essentiell um die Zukunft unserer Umwelt zu bewahren.

Im JAMESfocus-Bericht von 2017 wurde das Handyverhalten und die Nachhaltigkeit der Schweizer Jugend behandelt. Der Bericht wollte die folgenden drei Fragestellungen beantworten:

  1. Wie sieht der Lebenszyklus des Handys von Schweizer Jugendlichen vom Erwerb bis zur Entsorgung aus?
  2. Wie viele Handys liegen ungenutzt in den Schubladen von Deutschschweizer Jugendlichen?
  3. Wie gut wissen Schweizer Jugendliche über ausgewählte Aspekte zum Thema Nachhaltigkeit und Handyverhalten Bescheid?

Die JAMES-Studie (Jugend, Aktivitäten, Medien – Erhebung Schweiz) setzt sich seit 2010 mit dem Medienumgang von Jugendlichen in der Schweiz auseinander. Die JAMES-Studie wird alle zwei Jahre durchgeführt, wobei in den Zwischenjahren die gleichen Daten nochmals vertieft ausgewertet werden, um so einzelne Themenschwerpunkte in Form des JAMESfocus-Berichtes zu herausarbeiten.

Verständlicherweise sind die Antworten für diese Fragen auch für uns von grossem Interesse und haben aus diesem Grund diesen Bericht für Dich gelesen. In diesem Blogbeitrag wollen wir Dir interessante Erkenntnisse aus diesem Bericht zusammenfassen und ziehen abschliessend unser eigenes Fazit daraus. Detaillierte Angaben zur Stichprobe und Forschungsmethode findest Du im Bericht.

Jüngere Jugendliche ersetzen ihr «altes» Handy nach einer wesentlichen kürzeren Zeit als die älteren Jugendlichen.

Die Daten erhob der JAMESfocus-Bericht mittels eines Fragebogens. Bereits bei der ersten Frage stossen wir auf überraschende Ergebnisse: Jüngere Jugendliche ersetzen ihr «altes» Handy nach einer wesentlichen kürzeren Zeit als die älteren Jugendlichen. Die 12-/13-Jährigen ersetzten ihr Handy im Durchschnitt bereits nach 1.6 Jahren, die 18-/19-Jährigen erst nach zwei. Bei der Begründung für den Handyersatz gaben 58 % der Befragten an, dass sie ein neueres resp. besseres Modell wollten. Bei 64 % der Befragten ging das alte Handy kaputt, wobei bei 37 % der Befragten keine Reparatur mehr möglich war und bei den übrigen 27 % man keine machen wollte. (Bei dieser Frage waren Mehrfachantworten möglich)

Doch wie wird nun das neue Gerät erworben? Wo ältere Altersgruppen auf den Ablauf ihres Abo-Vertrages warten, um von günstigen Angeboten zu profitieren, erhalten jüngere Altersgruppen ihr Gerät geschenkt. Ob es sich bei dem geschenkten Handy um einen Neukauf oder um das gebrauchte Handy eines Elternteils handelt, wird im Bericht jedoch nicht genannt.

Über die Hälfte der Deutschschweizer Jugendlichen sind zwar noch im besitzt des alten Geräts, jedoch wird es von niemandem benutzt.

Nun da ein neues Handy gekauft wurde, stellt sich nun die Frage, was den mit dem ersetzten Gerät geschieht. Über die Hälfte der Deutschschweizer Jugendlichen sind zwar noch im besitzt des alten Geräts, jedoch wird es von niemandem benutzt. Laut dem Bericht handelt es sich dabei um durchschnittlich 1.3 Handys, welche in den Haushalten der Deutschschweizer Jugendlichen ungenutzt herumliegen. Erfreulich ist die Tatsache, dass ein Viertel ihr Handy weiterverschenkt resp. gespendet, 6 % es weiterverkauft und weitere 5 % es zu einer Abgabestelle zur umweltfreundlichen Verwertung gebracht haben.

Wir wurden von den Ergebnissen des JAMESfocus-Berichts überrascht. Natürlich sind wir auf keiner Weise Erziehungsexperten, jedoch finden wir es trotzdem ein wenig fragwürdig, dass es die jüngeren Jugendliche sind, welche ihr Handy am schnellsten ersetzen und es dabei meistens auch noch geschenkt bekommen. Unserer Meinung nach sendet dies eine falsche Botschaft was nachhaltige Verantwortung betrifft und fördert ein verschwenderisches Verhalten. Doch was uns viel mehr Bedenken bereitet, ist der Anteil der Jugendliche, welche ihre alten Geräte ungenutzt rumliegen lassen.

Wir raten jeder Person, dass sie ihr Handy so lange wie möglich nutzt. Selbstverständlich wird der Moment kommen, wo man sich ein neues Handy kaufen wird. Jedoch ist es dann umso wichtiger, dass das ersetzte Handy weiterverwendet wird. Sei es verkaufen, spenden, an Familie oder Freunde verschenken oder es umweltgerecht Verwerten lassen, damit die Ressourcen wiederverwendet werden können. Jede Person soll den vollen Nutzen aus seinem alten Handy herausholen, bevor es in irgendeiner Schublade in Vergessenheit gerät.

Möglicherweise ist Dir aufgefallen, dass wir die letzte Fragestellung des JAMESfocus-Berichts ausgelassen haben. Mit einem Quiz wollte die ZHAW herausfinden, wie gut die Schweizer Jugendliche über ausgewählte Aspekte zum Thema Nachhaltigkeit und Handyverhalten Bescheid wissen. Anstatt Dir einfach die Ergebnisse davon zu präsentieren, fänden wir es interessanter zu wissen, wie gut unsere Leser bei den Fragen abschneiden. Die Ergebnisse der Schweizer Jugendliche kannst Du Dir anschliessend im JAMESfocus-Bericht anschauen (Nicht spicken!).

Quelle: JAMESfocus-Bericht 2017

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